Dachverband österreichischer
Ärztinnen und Ärzte für Ganzheitsmedizin

     
     
 

Ganzheitsmedizin und Regulationsmedizin

In der Ganzheitsmedizin steht, wie der Name schon sagt, der Mensch als Ganzheit im Blickfeld der Betrachtung. Krankheitssymptome stehen in Zusammenhang mit Störungen der körpereigenen Regulationsvorgänge ebenso wie mit Veränderungen in geistigen und seelischen Wesensbereichen des Menschen. Dies hat Konsequenzen sowohl bei der Diagnosefindung als auch beim Therapiekonzept.

Ist der Mensch gesund, reagiert sein Körper automatisch richtig. Voraussetzung für diese ständig fließenden Abstimmungsvorgänge ist eine störungsfreie Vernetzung aller Organe, Muskeln, Nerven, des Bindegewebes und der Haut. Auch das vegetative Nervensystem, das normalerweise nicht unserer willentlichen Steuerung unterliegt, hat wesentlichen Anteil an allen regulatorischen Abstimmungsvorgängen. Es hat im gesunden Zustand eine Selbstregulation mit übergeordneten Steuerzentralen im Gehirn und regelt nicht nur autonom alle Vitalfunktionen des Körpers sondern hat auch Anteil an allen Körperfunktionen. Es ist darüber hinaus mit seelischen Vorgängen eng verknüpft. Ist die Vernetzung gestört, und der Körper nicht mehr in der Lage die verschiedenen regulatorischen Vorgänge aufeinander abzustimmen, treten Symptome wie zum Beispiel Schmerzen oder Funktionsstörungen auf, die mitunter weit von der Störquelle gelegen sein können.

In den letzten Jahrzehnten erbrachten Erkenntnisse vor allem aus dem Bereich der Physik Hinweise darauf, dass ein biologisches System als offen zu betrachten und in ein Fließgleichgewicht mit der Umgebung eingebunden ist. Diese Erkenntnisse haben auch in der Medizin einen Umdenkprozess vom Ursache-Wirkungs-Modell (das im wesentlichen dem im 19. Jahrhundert etablierten linearem, monokausal symptomorientierten Schema der vorwiegend erregerbedingten Pathologie entspricht) hin zur ganzheitlichen Wahrnehmung eines vernetzten Geschehens eingeleitet.

Aus Sicht der Ganzheitsmedizin sind funktionelle und organische Erkrankungen die Folge von bereits lange zuvor bestehenden Störungen der körpereigenen Regulation. Eine organische Erkrankung ist in der Regel das (mit herkömmlich medizinischen Methoden) messbare, materielle Korrelat dieser zuvor bestehenden Regulationsstörungen. Einer Regulationsstörung wiederum liegt zumeist eine vorausgehende Störung der Information zugrunde. Vermutlich spielt der "Untergrund" der geistigen und transzendenten (spirituellen) Ebene für die darüberliegenden Ebenen eine große Rolle.

Nahezu alle ganzheitsmedizinischen Methoden zielen auf eine kausale Therapie der zugrunde liegenden Informations- und Regulationsstörung noch bevor es überhaupt zu organischen Veränderungen gekommen ist. Sie wirken prophylaktisch und therapeutisch. Wenn die zugrunde liegende Ebene nicht geheilt ist, kann die darüber liegende bestenfalls nur gelindert, aber nicht vollständig geheilt werden. Weil die meisten Methoden der herkömmlichen Medizin nur an der obersten, bestenfalls noch an der funktionellen Ebene ansetzen, kann diese Therapie letztlich nur eine symptomatische sein.

 
     
     

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